La Garaasch V – Anja Uhlig

15. August – 15. September 2022
Midissage: Freitag, August, 19 Uhr

La Garaasch V – Anja Uhlig / realitaetsbüro

Fotogalerie – Work in Progress

www.realitaetsbuero.de

Ab dem 15. August zieht Anja Uhlig mit dem realitaetsbüro in die Garaasch im Zentrum von Ebersberg ein.

La Garaasch – Anja Uhlig / realitaetsbüro

„Holz & Steine“ ‐ Die Seedbank, Ebersberg, 2022
Ab dem 15. August zieht Anja Uhlig mit dem realitaetsbüro in die Garaasch im Zentrum von
Ebersberg ein. Sie bringt die „Seedbank“ mit. Die „Seedbank“ ist ein Austauschort für Steine.
Das heißt, da sind 144 Steine, alle in Gläsern. Und jeder dieser Steine wurde schon mal von
einem Menschen in der Hand gespürt. Die „Seedbank“ lädt Menschen ein, einen Stein zu
finden, diesen in der Hand zu spüren – und ihn dann gegen einen Stein zu tauschen, den ein
anderer Mensch schonmal in seiner Hand gespürt hat.
Während der Residency in der Garaasch baut sich die „Seedbank“ im Prozeß auf, also sie
entwickelt sich genau für den Raum der Garaasch. Die Auswahl des Grundmaterials ist dabei
einfach und streng: die Steine der „Seedbank“ treffen auf Holz aus Ebersberg.
Das realitaetsbüro folgt in seiner Arbeit meist den Verbindungen, die sich aus der
vorgefunden Realität zeigen. Und so ist der erste Schritt in den Raum der Garaasch eine
Hommage: an rasso rottenfußer, Künstler aus Grafing, der vor Jahren erste Verbindungen zu
Ebersberg herstellte – und an das KloHäuschen, den kleinen Kunstraum an der
Großmarkthalle in München, das im vorigen Jahr diese Garage hier in Ebersberg als
Waldhütte und arkadischen Sehnsuchtsort für sich und seine künstlerischen Reisebegleiter*
entdeckt hatte.
So wie rasso zur diesjährigen KloHäuschen Biennale den Raum des KloHäuschens mit einem
Kreidekreis (Radius 1,70 m) markierte, so wird das realitaetsbüro mit diesem Kreide‐Kreis
nun den Raum der Garaasch als Basis der aktuellen Arbeit in Ebersberg markieren.
Und ob die flüchtige Kreide nachgemalt wird oder vergeht, entscheidet regelmäßig der Wurf
einer Münze (die auch mit Ebersberg verbunden ist – ihr Geheimnis aber noch nicht
preisgibt).
Ab der Midissage, am 26. August, 19 Uhr, wird es dann möglich sein, Steine zu tauschen.
Bis dahin sind alle Eberberger* eingeladen, auf Steinsuche zu gehen, einen Stein zu finden
und ihn in der Hand zu spüren.

Weitere Infos:
Zur Seedbank
Die „Seedbank“ lädt Menschen ein, auf ihren Wegen einen Stein zu finden und diesen eine
Weile in ihrer Hand zu spüren. Wenn sie den Stein gespürt haben, können sie ihn in der
Seedbank gegen einen anderen Stein tauschen, den auch schonmal ein Mensch in seiner
Hand gespürt hat. Zum Tausch gibt die Seedbank dem Stein ein kleines rotes Objekt zur Seite
– und jeder Tausch wird sorgfältig dokumentiert.
Begründet wurde das Projekt 2016 im Postamt von Doohoma (Dú Thuama), einem kleinen
Ort an der Nordwestküste Irlands. Damals wurden nicht Steine sondern Geschichten
getauscht. Als das Postamt 2018 unerwartet geschlossen wird, transformiert sich die
„Seedbank“ 2019 in einer kleinen Expedition zu einem Austauschort für Steine und geht aus
Irland heraus. Seitdem verändert und verfeinert sie sich und ihre Abläufe weiter mit jedem
Ort, an dem sie auftaucht.
Der Beginn des Projekts in Irland wurde ermöglicht durch das Projektstipendium Bildende
Kunst der LH München.
Zu Anja Uhlig / realitaetsbüro
Anja Uhlig (1972) lebt und arbeitet in München. Nach Studium Kulturwissenschaften/BWL/Wirtschaftsinformatik in Passau, ab 1999 eigenständige künstlerische Weiterbildung u.a. bei Alexeij Sagerer. 2006 gründete sie das realitaetsbüro. Das realitaetsbüro arbeitet mit gefundener Realität, mit Orten, Situationen, Vorgängen. Es beobachtet sie, macht sie sichtbar und manchmal verändert es sie. Meist nimmt der vorgefundene Raum direkt Einfluß auf die Arbeit, manchmal entsteht sie auch erst durch ihn. Arbeitsmittel kann im Prinzip alles sein, natürlich einerseits Baustoffe, Objekte, Naturmaterialen, Film, … andererseits können auch die teilnehmenden Menschen, Team‐ Mitglieder und Besucher* und das, was sie einbringen, Teil der Komposition werden. Meist
arbeitet das realitaetsbüro dabei in Projektzyklen, die sich über mehrere Jahre erstrecken
können.
Parallel zur Arbeit mit dem realitaetsbüro kooperiert Anja Uhlig mit anderen Künstler*n (u.a.
als Kamerafrau / Performerin) und realisiert ab und an interdisziplinäre Projekte.
Stipendien, Preise (Auswahl):
„Tassilo Kulturpreis“ der Süddeutschen Zeitung 2018, „Preis für Galerien und Offspaces“ der
LH München 2020, „Kunstpreis der Stadt Ebersberg“ 2021, jeweils mit dem KloHäuschen.
Sonder‐Arbeitsstipendium 2021 der LH München. Projektstipendium Bildende Kunst der LH
München 2014 für die „Seedbank“. Regelmäßige Förderung der „Maßnahmen zur Beseelung
des Klohäuschens an der Großmarkthalle“ durch das Kulturreferat der LH München. „KUSSArt‐
Stipendium“ der Kulturstiftung der Stadtsparkasse für die 6. KloHäuschen Biennale 2022.
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